Dunkelheit, Stand des galaktischen Kerns, störendes Mondlicht und – sobald eine Prognose vorliegt – die Bewölkung ergeben einen Nachtscore von 0 bis 100. Lichtverschmutzung vor Ort kannst du damit nicht ersetzen, aber gut vorplanen.
Milchstraßen-Kern für
💡 Nicht eingerechnet ist die Lichtverschmutzung an deinem Standort. Die prüfst du am besten auf einer Karte: lightpollutionmap.info ↗ externe Seite, öffnet in neuem Tab
Die nächsten Nächte
Jede Kachel ist eine Nacht (von Abend bis Morgen) mit dem Nachtscore. Darunter: Bewölkung im Zeitfenster und Mondbeleuchtung. Ein Klick lädt die Nacht oben. Ohne Zahl bei der Bewölkung gibt es dafür noch keine Prognose.
Damit ist das helle, strukturreiche galaktische Zentrum gemeint, in Richtung des Sternbilds Schütze – der Teil der Milchstraße, den die meisten Nachtfotos zeigen. Dieses Tool berechnet, wann genau dieser Bereich am Himmel steht, nicht das schwächere Milchstraßenband insgesamt, das theoretisch das ganze Jahr über an dunklen Standorten sichtbar ist.
Der galaktische Kern liegt weit südlich am Himmel. Von München aus erreicht er bei bestem Stand nur rund 13° Höhe über dem Horizont, weiter nördlich noch weniger. Ein freier Blick nach Süden ohne Berge, Wald oder Gebäude am Horizont ist deshalb wichtiger als bei den meisten anderen Nachtaufnahmen.
In Mitteleuropa grob von März bis Oktober – der Kern geht sonst tagsüber auf und ist nachts unter dem Horizont. Im Frühjahr und Herbst steht er am besten in den frühen Morgenstunden vor der Dämmerung, im Sommer schon am späteren Abend. Um die Sommersonnenwende steht er zwar am höchsten, aber die Nächte sind am kürzesten – oft ist deshalb Spätsommer der praktischste Kompromiss aus Dunkelheit und Kernstand. Einfach verschiedene Daten durchprobieren.
Der Zeitraum, in dem die Sonne mehr als 18° unter dem Horizont steht und keinerlei Streulicht mehr den Himmel aufhellt – erst dann sind schwache Objekte wie der Milchstraßenkern wirklich kontrastreich sichtbar. Näher am Äquator ist dieser Zeitraum länger und beginnt früher nach Sonnenuntergang, in Nord- und Mitteleuropa rund um die Sommersonnenwende wird es teils gar nicht richtig dunkel.
Mondlicht hellt den Himmelshintergrund auf und überstrahlt genau die schwachen, feinen Kontraste, aus denen die Milchstraße besteht – ähnlich wie Lichtverschmutzung. Schon ein Halbmond über dem Horizont kann ausreichen, den Kern deutlich unscheinbarer wirken zu lassen. Ideal sind Nächte um Neumond, oder Nächte, in denen der Mond während des relevanten Zeitfensters bereits untergegangen oder noch nicht aufgegangen ist.
Der Score von 0 bis 100 hat zwei Teile. Erstens der astronomische Teil: Wie lang ist das Zeitfenster, in dem es dunkel ist und der Kern hoch genug steht (ab 10° gut, ab 5° bedingt) (ab etwa 2,5 Stunden volle Punkte; steht der Kern nur zwischen 5° und 10° hoch, gilt die Nacht als "bedingt" und der Score bleibt bei höchstens 45), wie hoch kommt der Kern im Vergleich zum Maximum an deinem Ort, und wie stark stört der Mond (Phase mal Anteil des Fensters, in dem er am Himmel steht). Zweitens das Wetter: Liegt eine Prognose vor, wird der Wert mit der Bewölkung im Zeitfenster multipliziert. Dabei zählen tiefe Wolken stärker, weil sie den niedrig stehenden Kern am ehesten verdecken. Bis etwa 10 % Bewölkung gibt es keinen Abzug, bei 50 % bleibt gut die Hälfte, ab 90 % fast nichts.
Lichtverschmutzung vor Ort, Dunst in Horizontnähe, Berge oder Gebäude am Südhorizont und Wolken außerhalb der Prognosereichweite von etwa 16 Tagen. Das Wettermodell ist außerdem nur eine Vorhersage und bei Wolken oft um einige Stunden oder Prozentpunkte daneben. Für die Standortwahl lohnt sich zusätzlich ein Blick auf eine Lichtverschmutzungskarte und kurz vorher noch einmal auf die Vorhersage.
Ein möglichst lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (f/2.8 oder heller), ein stabiles Stativ und manueller Fokus auf unendlich. Als Startpunkt eignen sich ISO 1600–3200, Blende offen und Belichtungszeiten von 10–20 Sekunden, je nach Brennweite, um Sternspuren zu vermeiden – danach nach Bildeindruck anpassen.
Sonnenstand, Mondstand samt Mondphase und die Position des galaktischen Zentrums (feste Himmelskoordinaten) werden direkt im Browser aus Datum und Koordinaten berechnet, ganz ohne Standortfreigabe oder Upload. Nur für die Bewölkung im Nachtscore werden die Koordinaten der gewählten Stadt (nicht dein Standort) beim freien Wetterdienst Open-Meteo abgefragt.
Alle Angaben ohne Gewähr – für die Richtigkeit der berechneten Werte und Angaben wird keine Haftung übernommen.